Hallo ihr Lieben,
jetzt hab ich ja leider schon lange nichts mehr geschrieben, desshalb hier jetzt zuerst mal meine Weihnachten und mein Start ins neue Jahr.
Ich habe Weihnachten bei einer chilenischen Familie gefeiert, es ist die Familie von Erwin, der mein Boss ist und in dessen Haus wir auch wohnen.
Aber zunächst einmal wie alles begann....
Lange konnte ich mich ja nicht entscheiden, was ich an Weihnachten machen soll. Irgendwie hatte sich alles nicht so richtig angefühlt, aber letztendlich hatte ich mich dann entschieden. Die Zeit vor Weihnachten war in Amarillo sehr sehr verregnet. Wir hatten eingentlich den ganzen Dezember keine Sonne und tagein, tagaus nur Regen. Und was für ein Regen! Die Flüsse sind immer dunkler geworden, die Wiesen grüner und die Straßen nicht mehr passierbar. Ich fand das eigentlich ganz ok, weil es kalt war und es ein wenig wie Weihnachten war. Jasmin und ich hatten uns dann vorgenommen Plätzle zu backen. Insgesamt standen wir 3 Abende bis um 12 Nachts da und haben fleißig ausgestochen (Rolle gemacht und abgeschnitten^^), verziert und natürlich das Feuer im Schacht gehalten. Am Ende hatten wir dann Butterplätzle, Zimtsterne (runde Dinger die nun wirklich keine Ähnlichkeit und auch wenig gleichen GEschmack hatten wie Zimtsterne, aber dennoch geschmeckt hatten), Lebkuchen ( das gleiche, Lebkuchen war es keine aber lecker waren sie) und Vanillekipferl. Nicht alle Leckereien haben den Saunagang ohne Verbrennungen überlebt, aber Opfer gibt es ja bekanntlich überall. Nachdem dann unsere Plätzle für die Familien fertig waren und die Entscheidung gefällt war, fehlten nur noch die Reise zu planen. Für mich hatte das bedeutet: 8 Stunden Boot oder 12 Stunden Bus nach Pto. Montt und danach noch mal 12 Stunden nach Santiago. Da das Wetter aber so schlecht war, war bis zum Tag der Abreise nicht klar, ob wir überhaupt loskommen. Denn wenn es so starkt regnet und windet fährt das große Boot nicht, der Bus könnte fahren, nur die Fähren, die der Bus nehmen muss, eben auch nicht. Jasmin und Robin sind einen Tag vor mir und Erwin los und ihr Boot hatten einfach mal 10 Stunden Verspätung! Ich werde mich nie wieder in Deutschland über 5 min aufregen=) Am TAg unserer Abreise dann hatte sich der Himmel zum ersten mal nach 4 Wochen wieder aufgeklart, wir hatten sogar ein wenig Sonne! Es ging dann also alles nach Plan und 25 Stunden später nach 8 h Boot, 12 Bus, 1 h Metro und meheren Wartestunden waren wir dann endlich in Santiago.
Die Familie wohnt etwas außerhalb vom Zentrum und hat ein kleines,
süßes Haus im Stadtteil 'La Florida'. Wie der Name schon sagt gibt es
viele Blumen, insgesamt ist es sehr viel ruhiger und es gab sogar einen
Garten! Es ist hier also etwa so wie eine kleine Oase der 'Ruhe' im großen Wirrwarr einer Großstadt.
Was ist nun anders wenn man Weihnachten nicht im gemütlich, bekannten und gewohnten Deutschland feiert? Hier die Liste der wichtigsten Dinge:
1) Die Menschen die man liebt
2) Schnee
3) Lebkuchen
Auf diese Dinge musste ich also verzichten, dafür hatte ich aber eine sehr nette chilenische Familie in Santiago, von denen ich Geschenke und sehr gutes Essen bekommen habe^^ Ich hatte zwar keine Lebkuchen aber unheimlich viel Eis und Kuchen. Und das Eis ist so unwahrscheinlich lecker, ich konnte immer zischen 6 verschiedenen Sorten Schokolade wählen-mhhhh wie lecker! Und Schnee gab es sogar auch aber leider erst an Silvester, jetzt noch mehr zu Weihnachten.
Weihnachten ist auch hier ein Fest der Familie und es wird wie in Deutschland gegessen und Geschenke aufgemacht^^ Nur haben wir im Freien gegessen in Top und kurzer Hose, es gab ein BBQ und kalte Getränke mit Eis.
An Silvester wie gesagt, gab es dann Schnee!Er war sogar weiß! Aber ansonsten hatte er nichts mit unserem Schnee daheim zu tun, er kam aus der Tube und hatte einen sehr eigenarteigen Geruch, die Kinder haben es sogar gegessen wobei ich aber nicht glaube, dass dieses Rasierschaumähnliches Zeug essbar war. Aber wenn man nicht so genau hingeschaut hat und seine Ansprüche bis auf das Minimalste runtergedreht hatte, dann war es Schnee=) An Silvester gab es wieder ein BBQ und viel Meeresfrüchte. Danach sind wir dann zu der restlichen Familie aufgeschlossen und diese war wirklich groß. Viele kleine Kinder und viele große Leute. Sie waren alle super nett zu mir und haben ununterbrochen versucht mich mitten in das GEschehen zu ziehen^^ Es gab nicht wie bei uns Feuerzangebowle oder Glühwein, nein es gab Sekt (oder so was ähnliches) mit Früchteeis.
So jetzt mal ein wenig zu den Festen, über die Feiertage gibt es noch viel mehr zu erzählen aber dazu später. Jetzt mache ich mich dann erst einmal wieder auf die Reise in den Regen und in die Kälte und fliehe vor den 35 Grad im Schatten, dem Smog, den Menschen, Autos, Konsum und was noch so zu einer Großstadt wie Santiago dazugehört.
Bis ganz bald mit neuen Abenteuern rund um Santiago und mehr.
Mile
Dienstag, 1. Januar 2013
Sonntag, 9. Dezember 2012
Hey ihr Lieben,
da ich ein totaler Weihnachtsliebhaber bin, beginnt jetzt die schwere Phase für mich^^ Dieses Weihnachten verpasse ich leider den Tag, an dem der erste Schnee fällt, der für mich meist zu den schönsten des Jahres zählt. Ich kann mich nicht mir Lebkuchen vollstopfen, rieche nicht den frischen Duft von Plätzchen und kann mich nicht in meine tausend Decken gehüllt vor den Kamin legen und ein Buch lesen.
Ich liebe Patagonien und mir gefällt es wirklich sehr, nur für Weihnachten passt es einfach nicht. Es wird jetzt Sommer und ab und an ist es wirklich unglaublich warm, ich tausche Bikini gegen Winterjacke und frische Früchte gegen Lebkuchen.
Desshalb hab ich mir überlegt, dass es doch toll wäre, wenn ihr mir ein bisschen Weihnachten schicken könntet=) Bilder, Lieder, Berichte über erste Schlittenfahrten oder Videos...ich bin nicht wählerisch=) Schickt mir Weihnachten per Email!
Das wäre so so toll und ich bekomme hier auch ein bisschen von meinem geliebten Weihnachten mit!
Hab euch lieb!
Freu mich auf euer Weihnachten
da ich ein totaler Weihnachtsliebhaber bin, beginnt jetzt die schwere Phase für mich^^ Dieses Weihnachten verpasse ich leider den Tag, an dem der erste Schnee fällt, der für mich meist zu den schönsten des Jahres zählt. Ich kann mich nicht mir Lebkuchen vollstopfen, rieche nicht den frischen Duft von Plätzchen und kann mich nicht in meine tausend Decken gehüllt vor den Kamin legen und ein Buch lesen.
Ich liebe Patagonien und mir gefällt es wirklich sehr, nur für Weihnachten passt es einfach nicht. Es wird jetzt Sommer und ab und an ist es wirklich unglaublich warm, ich tausche Bikini gegen Winterjacke und frische Früchte gegen Lebkuchen.
Desshalb hab ich mir überlegt, dass es doch toll wäre, wenn ihr mir ein bisschen Weihnachten schicken könntet=) Bilder, Lieder, Berichte über erste Schlittenfahrten oder Videos...ich bin nicht wählerisch=) Schickt mir Weihnachten per Email!
Das wäre so so toll und ich bekomme hier auch ein bisschen von meinem geliebten Weihnachten mit!
Hab euch lieb!
Freu mich auf euer Weihnachten
Sonntag, 2. Dezember 2012
Montag, 26. November 2012
Auf der Suche nach verlassenen Schönheiten
Es kommt mir alles eher vor wie ein Film. Verloren im
Dschungel auf der Suche nach verlassenen Traumoasen. Nur spiele ich hier die
Hauptrolle und alles ist echt. Der heutige Tag war wirklich unglaublich, auch
wenn ich jetzt total fertig bin. Wir starteten gemütlich nach dem Frühstück so
um 12 und fuhren mit dem Auto bis an die Stelle, wo der Zustieg noch am
leichtesten war. Wir liefen über die saftigen Wiesen, schreckten die Vögel auf
und genossen die letzten Sonnenstrahlen.
Dann gelangten wir an den Waldrand und sahen eine große, grüne Mauer sich vor
uns aufzäumen. Und dann ging es los…
Ich weiß nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Es ist
einfach so unglaublich schön gewesen, auch wenn man sich nur selten aufrichten
kann. Ich weiß jetzt auch, warum die Evolution den Aufrechten Gang erst mit der
Entstehung von Savannen hervorgebracht hat, denn im Wald ( also in einem
richtigen Wald, nicht sowas wie bei uns in Deutschland) ist der Aufrechte Gang
einfach total unnütz. Auf allen Vieren und mit Mancheten ausgerüstet ging es
also durch die grüne Mauer. Zu Beginn war es noch etwas lichter und heller,
doch je weiter wir in das grüne Etwas vorstießen, desto unglaublicher wurde es.
Überall hingen Lianen von den Bäumen, ab und wann verzierten bunte Blumen die Äste
und Stämme. Der Boden gepolstert mit grünem Moos und die Ohren verzaubert mit
fremden Vogelgesängen. Von Zeit zu Zeit
ging es durch ein Meer von Farnen, dann wieder auf allen Vieren und dann auf
umgefallenen Baumstämmen über kleinere Schluchten und Teiche. Einen etwas kleineren Fluss haben wir auf
einem Gewirr von Ästen und Moos überquert. Nur war es leider etwas schwierig,
zu sagen wo jetzt wirklich auch Äste darunter sind und wo nur Moos ist. Unter
einem das Rauschen des Flusses und unter den Füßen nur ein Geflecht aus dünnen
Ästchen. Ich war froh, nachdem ich mehrmals Moos und Ast verwechselt hatte und
durchgebrochen war, endlich auf der anderen Seite mich an Lianen an das
rettende Ufer ziehen zu können. Wir kletterten also weiter über die Baumstämme
und durch die Büsche, bis wir endlich den Fluss erreichten. Von hier an hieß es
‚nur‘ noch dem Fluss zu folgen. Eigentlich dachten wir, dass wir bestimmt einer
der wenigen Leute sind, die das hier je gesehen hatten und so waren wir dann
doch sehr überrascht, als wir plötzlich auf so etwas wie ein Pfad stießen. Er
war schon sehr zugewuchert aber es war eindeutig Macheten Spuren überall zu
erkennen. Von hier an ging es dann etwas leichter voran. Mit der Zeit wurde
dann das Rauschen immer lauter. Als wir uns dann nach ca. 1 ½ Stunden endlich
wieder aufrichten konnten staunten wir nicht schlecht. Wir hatten den
Wasserfall gefunden. Und was für einen! Vor uns erstreckte sich ein großes Loch
im Boden, in dieses das Wasser hinabstürzte. Ich war wirklich etwas sprachlos,
ich hatte mir einfach so einen ganz normalen Wasserfall vorgestellt, aber das
hier war schon ziemlich abgefahren. Unglaublich war auch, dass wir auch hier
weitere Überreste von einem Weg fanden, die Steilhänge waren mit Holzäunen abgesichert. Das war
wirklich komisch, so verlassen und abgelegen und doch schon wieder Menschen.
Aber ich mag das gerne, mir dazu die Geschichten zu überlegen, wer wohl hier
war und wer das hier gebaut hat. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass in den
1960 er Jahren die Leute hier einen Weg durchgeschlagen hatten, um mit ihren
Pferden ins nächste Dorf zu gelangen.
Nachdem wir einige Zeit am Wasserfall verbracht hatten, hatten wir
beschlossen diesem Pfad noch etwas zu folgen um zu sehen, wo er wohl hinführt.
Aus diesem etwas folgen wurden dann weitere 4 Stunden in denen wir uns durchs
Unterholz kämpften. Am Anfang war der Pfad richtig gut aber mit der Zeit wurde
er immer dichter. Nur irgendwann hatten wir nicht mehr das Ziel umkehren
sondern wollten auf einen Weg, den wir kannten, weil wir dachten es sei näher.
Na ja war es wohl nicht aber das wussten wir eben auch nicht so genau, denn
sich im einem Wirrwarr aus Geäst zu orientieren ist nicht gerade leicht.
Irgendwann waren wir richtig müde und unsere Füße, Arme und Gesichter waren
schrecklich zerkratzt. Vor allem auch weil wir des Öfteren mit den Füßen durch
das Geäst gebrochen sind. Irgendwie
hatten wir dann auch den Weg verloren und kämpften uns wieder etwas
orientierungslos durch das Unterholz. Immer wieder vor und zurück auf der Suche
nach einem Durchkommen. Es ging wieder durch die Büsche, Farne, an Baumstämmen
hoch und runter und über
Schluchten. Irgendwann gelangten wir
dann an eine größere Schlucht und ließen schon die Köpfe sinken, denn dies
hätte einen langen Umweg bedeutet, als wir eine Brücke erblickten. Wir staunten
wieder nicht schlecht! Wir hatten also den Weg wieder gefunden! Nach einer
kurzen Inspektion erklärten wir die Brücke für stabil. Sie war aus Holz und
hatte sogar auf einer Seite ein Geländer. Sie sah nicht so aus, als wäre sie
sehr alt (wir haben dann auch erfahren, dass vor ca. 10 Jahren ein paar Leute
versucht hatten den Weg zu restaurieren). So ganz sicher waren wir uns aber
nicht, denn es gab nur einen Pfosten in der Mitte und dieser war überwuchert
mit Moos. Einer nach dem anderen wagte sich über die Brücke und sie war
wirklich stabil und hat gehalten. Die Brücke hatte unsere Gemüter ein wenig
aufgeheitert und ließ uns optimistisch weiterlaufen. Doch es wurde immer
schlimmer. Wir verloren wieder den Pfad und auf ein Neues ging es Stunde über
Stunde durch das Unterholz. Während ich mich da so durch das Gemüse kämpfte
musste ich an die Erzählungen von meiner Oma und meinem Opa denken. Mein Opa
war früher viel in Kanada in den Wäldern unterwegs. Auf einer Reise wurde er
von meiner Oma begleitet. Als mein Opa sie fragte, was sie dann denn ganzen Tag
da im Wald machen will, während er jagt, sagte sie: „ Ach ich werde ein wenig
spazieren gehen und mir die Wälder anschauen“. Daraufhin meinte mein Opa nur,
dass man in diesen Wäldern nicht spazieren gehen kann. Dort kann man nur sich
Meter für Meter vorwärts kämpfen. Und genau das tat ich.
Als wir dann endlich auf bekanntes Terrain stießen war ich doch heilfroh. Total fertig schüttelte ich dannl den halben Wald aus Schuhen und Klamotten und wir machten uns auf den Weg zum Auto (1 Stunde). Insgesamt hatte uns der Wald 5 Stunden lang verschluckt und danach wieder in die Zivilisation ausgespuckt. Es ist ein tolles Gefühl verschluckt zu werden.
Als wir dann endlich auf bekanntes Terrain stießen war ich doch heilfroh. Total fertig schüttelte ich dannl den halben Wald aus Schuhen und Klamotten und wir machten uns auf den Weg zum Auto (1 Stunde). Insgesamt hatte uns der Wald 5 Stunden lang verschluckt und danach wieder in die Zivilisation ausgespuckt. Es ist ein tolles Gefühl verschluckt zu werden.
Donnerstag, 15. November 2012
Unser gelungener/misslungener Ausflug zum Gletscher
Nach 3 Tagen Dauerregen klarte der Himmel endlich mal
wieder auf und wir wollten die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und so
machten wir uns auf den Weg zum Gletscher mit einem Wissen, das wir einfach
Verdrängten.
Der Park ranger Erwin brachte mich und die anderen 2 Deutschen so nah wie möglich man mit dem Auto fahren konnte an den Gletscher ran, dann hieß es laufen. Es waren so ungefähr 10 Kilometer und wir wussten, dass wir an einer Landspitze den Fluss überqueren müssen und wir wussten noch mehr, aber wie gesagt: Verdrängung ist auch eine Möglichkeit optimistisch zu sein.
Es war ein schöner Weg, der immer durch das flache, ehemalige Gletscherbecken führte. Da bekam man so ein richtiges Gefühl von Weite und Verlassenheit. Weit und breit Nichts, nur 3 kleine Gestalten, die sich Schritt für Schritt dem Gletscher näherten. Endlich an der Landspitze angekommen krämpelten wir unsere Hosen hoch und nach kurzer Überwindung stiegen wir samt Schuhen in den Fluss und durchquerten die ersten Arme. Wir blieben optimistisch und wurder es immer mehr, je mehr Flussarme wir durchquerten. Das Wasser war eiskalt und wurde immer lauter. Mit der Zeit wich der Optimismus und das verdrängte Wissen kämpfte sich immer mehr in den Vordergrund. Das Wissen, dass der Fluss nach Regen sich in ein toßendes braunes Monster verwandelt und uns den Weg zum Gletscher nicht gewährt. Mit jedem Schritt sahen wir das braune Monster mehr und mehr, es schlängelte sich mit ohrenbetäubendem Rauschen durch das Tal. Wir wollten nicht aufgeben und versuchten es an mehreren Stellen fast 1 ½ Stunden lang. Nach einem blauem Arm, aufgeschrammten Schienbeinen und blauen Zehen gaben wir dann schließlich auf. Aber noch nicht ganz. Wir liefen auf unserer Flussseite noch soweit wir konnten um dem Gletscher näher zu kommen. Dann machten wir erst einmal eine Pause und versuchten unsere Füße aufzuwärmen. Leider zeigte sich das liebe Patagonien mal wieder von seiner typischen Seite und schenkte uns einen Sturm, gegen den wir auf dem Rückweg ankämpfen durften. Zu guter Letzt hatte Erwin uns dann auch noch vergessen (oder hatte keine Zeit) und wir sind den ganzen Weg mit unseren nassen Füßen zurückgelaufen. Insgesamt sind wir so 27 Kilometer gelaufen. Dennoch war der Tag gelungen, allein durch diese verlassenen und abgelegenen Gebiete zu laufen machte diesen Tag zu einem ganz besonderem. Er wurde sogar noch besonderer, da wir Douglas Tompkins noch kennen lernen durften^^
Der Park ranger Erwin brachte mich und die anderen 2 Deutschen so nah wie möglich man mit dem Auto fahren konnte an den Gletscher ran, dann hieß es laufen. Es waren so ungefähr 10 Kilometer und wir wussten, dass wir an einer Landspitze den Fluss überqueren müssen und wir wussten noch mehr, aber wie gesagt: Verdrängung ist auch eine Möglichkeit optimistisch zu sein.
Es war ein schöner Weg, der immer durch das flache, ehemalige Gletscherbecken führte. Da bekam man so ein richtiges Gefühl von Weite und Verlassenheit. Weit und breit Nichts, nur 3 kleine Gestalten, die sich Schritt für Schritt dem Gletscher näherten. Endlich an der Landspitze angekommen krämpelten wir unsere Hosen hoch und nach kurzer Überwindung stiegen wir samt Schuhen in den Fluss und durchquerten die ersten Arme. Wir blieben optimistisch und wurder es immer mehr, je mehr Flussarme wir durchquerten. Das Wasser war eiskalt und wurde immer lauter. Mit der Zeit wich der Optimismus und das verdrängte Wissen kämpfte sich immer mehr in den Vordergrund. Das Wissen, dass der Fluss nach Regen sich in ein toßendes braunes Monster verwandelt und uns den Weg zum Gletscher nicht gewährt. Mit jedem Schritt sahen wir das braune Monster mehr und mehr, es schlängelte sich mit ohrenbetäubendem Rauschen durch das Tal. Wir wollten nicht aufgeben und versuchten es an mehreren Stellen fast 1 ½ Stunden lang. Nach einem blauem Arm, aufgeschrammten Schienbeinen und blauen Zehen gaben wir dann schließlich auf. Aber noch nicht ganz. Wir liefen auf unserer Flussseite noch soweit wir konnten um dem Gletscher näher zu kommen. Dann machten wir erst einmal eine Pause und versuchten unsere Füße aufzuwärmen. Leider zeigte sich das liebe Patagonien mal wieder von seiner typischen Seite und schenkte uns einen Sturm, gegen den wir auf dem Rückweg ankämpfen durften. Zu guter Letzt hatte Erwin uns dann auch noch vergessen (oder hatte keine Zeit) und wir sind den ganzen Weg mit unseren nassen Füßen zurückgelaufen. Insgesamt sind wir so 27 Kilometer gelaufen. Dennoch war der Tag gelungen, allein durch diese verlassenen und abgelegenen Gebiete zu laufen machte diesen Tag zu einem ganz besonderem. Er wurde sogar noch besonderer, da wir Douglas Tompkins noch kennen lernen durften^^
Dienstag, 13. November 2012
Hallo ihr Lieben,
inzwischen hat sich hier einiges getan. Der Regen hat sich aufgelöst und die Wolken haben sich verzogen und der Sonne Platz gemacht. Sobald die Sonne einmal freien Weg hat schickt sie Wärme und Hitze. Dank dem Ozonloch sind wir laufend am eincremen und nicht mit 20 oder 30, nein mit 50. Wie wunderbar und zu einem weißem Gesicht kommt dann noch ein unglaublich stylischer Hut. So haben wir nun also die Regenhosen gegen die Sonnenbrille und das Top eingetauscht. Kaum hab ich den Regen verflucht schon wünsch ich ihn mir wieder. Es ist so ein wechselspiel zwischen Hitze, Regen und Wind. Aber das ist eben Patagonien^^
Am Wochenende hab ich es endlich auf den Vulkan Chaiten geschafft. Gestartet sind wir morgens um 11 am Rande der Careterra Austral. Es gibt einen Weg auf den Vulkan, der vom ebenfalls vom Pumalin Park angelegt wurde. Der Weg führt einen durch eine tote Landschaft, die gerade so langsam wieder anfängt zu erblühen. Nach 4 Jahren kämpfen sich nun Farne und kleinere Pflanzen durch die Aschedecke. Die ganzen toten Bäume strecken sich gen Sonne, es wirkt als wollten sie auch wieder zum Leben erwecken, nur leider war die Zerstörung zu stark. Für den Weg nach oben brauchten wir 2 Stunden. Zum Teil war es ganz schön anstrengend weil man nur auf der Aschedecke laufen konnte. Es war ein komisches Gefühl, irgendwie war es unglaublich schön aber auf der anderen Seite war es eine Zerstörung. Dennoch ist es eine unglaubliche Landschaft und ich habe selten so etwas schönes gesehen. Oben angekommen, wusste ich nicht was mich erwartet. Als ich dann die letzten Schritte machte, starrte ich plötzlich in ein kilometer großes Loch hinab. Es ging ca. 50 Meter in die Tiefe, überall Asche und Lava. Hinter dem Graben erstreckten sich 2 Dome mit ihren Rauchschwaden und drumherum überall nur tote Bäume oder gar keine mehr. Es war wirklich wunderschön.
Natürlich konnte ich nicht an all den Schönen Steinen einfach nur vorbeilaufen, so wurde also kurzerhand die Fototasche umfunktioniert. Ihr könnt euch also freuen wunderschöne Obsidiane zu begutachten^^
Hier mal ein paar Fotos:
inzwischen hat sich hier einiges getan. Der Regen hat sich aufgelöst und die Wolken haben sich verzogen und der Sonne Platz gemacht. Sobald die Sonne einmal freien Weg hat schickt sie Wärme und Hitze. Dank dem Ozonloch sind wir laufend am eincremen und nicht mit 20 oder 30, nein mit 50. Wie wunderbar und zu einem weißem Gesicht kommt dann noch ein unglaublich stylischer Hut. So haben wir nun also die Regenhosen gegen die Sonnenbrille und das Top eingetauscht. Kaum hab ich den Regen verflucht schon wünsch ich ihn mir wieder. Es ist so ein wechselspiel zwischen Hitze, Regen und Wind. Aber das ist eben Patagonien^^
Am Wochenende hab ich es endlich auf den Vulkan Chaiten geschafft. Gestartet sind wir morgens um 11 am Rande der Careterra Austral. Es gibt einen Weg auf den Vulkan, der vom ebenfalls vom Pumalin Park angelegt wurde. Der Weg führt einen durch eine tote Landschaft, die gerade so langsam wieder anfängt zu erblühen. Nach 4 Jahren kämpfen sich nun Farne und kleinere Pflanzen durch die Aschedecke. Die ganzen toten Bäume strecken sich gen Sonne, es wirkt als wollten sie auch wieder zum Leben erwecken, nur leider war die Zerstörung zu stark. Für den Weg nach oben brauchten wir 2 Stunden. Zum Teil war es ganz schön anstrengend weil man nur auf der Aschedecke laufen konnte. Es war ein komisches Gefühl, irgendwie war es unglaublich schön aber auf der anderen Seite war es eine Zerstörung. Dennoch ist es eine unglaubliche Landschaft und ich habe selten so etwas schönes gesehen. Oben angekommen, wusste ich nicht was mich erwartet. Als ich dann die letzten Schritte machte, starrte ich plötzlich in ein kilometer großes Loch hinab. Es ging ca. 50 Meter in die Tiefe, überall Asche und Lava. Hinter dem Graben erstreckten sich 2 Dome mit ihren Rauchschwaden und drumherum überall nur tote Bäume oder gar keine mehr. Es war wirklich wunderschön.
Natürlich konnte ich nicht an all den Schönen Steinen einfach nur vorbeilaufen, so wurde also kurzerhand die Fototasche umfunktioniert. Ihr könnt euch also freuen wunderschöne Obsidiane zu begutachten^^
Hier mal ein paar Fotos:
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