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Sonntag, 9. Dezember 2012

Hey ihr Lieben,

da ich ein totaler Weihnachtsliebhaber bin, beginnt jetzt die schwere Phase für mich^^ Dieses Weihnachten verpasse ich leider den Tag, an dem der erste Schnee fällt, der für mich meist zu den schönsten des Jahres zählt. Ich kann mich nicht mir Lebkuchen vollstopfen, rieche nicht den frischen Duft von Plätzchen und kann mich nicht in meine tausend Decken gehüllt vor den Kamin legen und ein Buch lesen.
Ich liebe Patagonien und mir gefällt es wirklich sehr, nur für Weihnachten passt es einfach nicht. Es wird jetzt Sommer und ab und an ist es wirklich unglaublich warm, ich tausche Bikini gegen Winterjacke und frische Früchte gegen Lebkuchen.
Desshalb hab ich mir überlegt, dass es doch toll wäre, wenn ihr mir ein bisschen Weihnachten schicken könntet=) Bilder, Lieder, Berichte über erste Schlittenfahrten oder Videos...ich bin nicht wählerisch=) Schickt mir Weihnachten per Email!

Das wäre so so toll und ich bekomme hier auch ein bisschen von meinem geliebten Weihnachten mit!

Hab euch lieb!

Freu mich auf euer Weihnachten

Sonntag, 2. Dezember 2012




Heute verwöhne ich euch mal nicht mit meinen Worten, sondern lasse euch einfach mal in meine Welt eintauchen...

Wilkommen im Paradies....





 


 



Donnerstag, 29. November 2012

Montag, 26. November 2012

Auf der Suche nach verlassenen Schönheiten



Es kommt mir alles eher vor wie ein Film. Verloren im Dschungel auf der Suche nach verlassenen Traumoasen. Nur spiele ich hier die Hauptrolle und alles ist echt. Der heutige Tag war wirklich unglaublich, auch wenn ich jetzt total fertig bin. Wir starteten gemütlich nach dem Frühstück so um 12 und fuhren mit dem Auto bis an die Stelle, wo der Zustieg noch am leichtesten war. Wir liefen über die saftigen Wiesen, schreckten die Vögel auf und genossen die letzten  Sonnenstrahlen. Dann gelangten wir an den Waldrand und sahen eine große, grüne Mauer sich vor uns aufzäumen. Und dann ging es los…
Ich weiß nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Es ist einfach so unglaublich schön gewesen, auch wenn man sich nur selten aufrichten kann. Ich weiß jetzt auch, warum die Evolution den Aufrechten Gang erst mit der Entstehung von Savannen hervorgebracht hat, denn im Wald ( also in einem richtigen Wald, nicht sowas wie bei uns in Deutschland) ist der Aufrechte Gang einfach total unnütz. Auf allen Vieren und mit Mancheten ausgerüstet ging es also durch die grüne Mauer. Zu Beginn war es noch etwas lichter und heller, doch je weiter wir in das grüne Etwas vorstießen, desto unglaublicher wurde es. Überall hingen Lianen von den Bäumen, ab und wann verzierten bunte Blumen die Äste und Stämme. Der Boden gepolstert mit grünem Moos und die Ohren verzaubert mit fremden Vogelgesängen.  Von Zeit zu Zeit ging es durch ein Meer von Farnen, dann wieder auf allen Vieren und dann auf umgefallenen Baumstämmen über kleinere Schluchten und Teiche.  Einen etwas kleineren Fluss haben wir auf einem Gewirr von Ästen und Moos überquert. Nur war es leider etwas schwierig, zu sagen wo jetzt wirklich auch Äste darunter sind und wo nur Moos ist. Unter einem das Rauschen des Flusses und unter den Füßen nur ein Geflecht aus dünnen Ästchen. Ich war froh, nachdem ich mehrmals Moos und Ast verwechselt hatte und durchgebrochen war, endlich auf der anderen Seite mich an Lianen an das rettende Ufer ziehen zu können. Wir kletterten also weiter über die Baumstämme und durch die Büsche, bis wir endlich den Fluss erreichten. Von hier an hieß es ‚nur‘ noch dem Fluss zu folgen. Eigentlich dachten wir, dass wir bestimmt einer der wenigen Leute sind, die das hier je gesehen hatten und so waren wir dann doch sehr überrascht, als wir plötzlich auf so etwas wie ein Pfad stießen. Er war schon sehr zugewuchert aber es war eindeutig Macheten Spuren überall zu erkennen. Von hier an ging es dann etwas leichter voran. Mit der Zeit wurde dann das Rauschen immer lauter. Als wir uns dann nach ca. 1 ½ Stunden endlich wieder aufrichten konnten staunten wir nicht schlecht. Wir hatten den Wasserfall gefunden. Und was für einen! Vor uns erstreckte sich ein großes Loch im Boden, in dieses das Wasser hinabstürzte. Ich war wirklich etwas sprachlos, ich hatte mir einfach so einen ganz normalen Wasserfall vorgestellt, aber das hier war schon ziemlich abgefahren. Unglaublich war auch, dass wir auch hier weitere Überreste von einem Weg fanden, die Steilhänge  waren mit Holzäunen abgesichert. Das war wirklich komisch, so verlassen und abgelegen und doch schon wieder Menschen. Aber ich mag das gerne, mir dazu die Geschichten zu überlegen, wer wohl hier war und wer das hier gebaut hat. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass in den 1960 er Jahren die Leute hier einen Weg durchgeschlagen hatten, um mit ihren Pferden ins nächste Dorf zu gelangen.  Nachdem wir einige Zeit am Wasserfall verbracht hatten, hatten wir beschlossen diesem Pfad noch etwas zu folgen um zu sehen, wo er wohl hinführt. Aus diesem etwas folgen wurden dann weitere 4 Stunden in denen wir uns durchs Unterholz kämpften. Am Anfang war der Pfad richtig gut aber mit der Zeit wurde er immer dichter. Nur irgendwann hatten wir nicht mehr das Ziel umkehren sondern wollten auf einen Weg, den wir kannten, weil wir dachten es sei näher. Na ja war es wohl nicht aber das wussten wir eben auch nicht so genau, denn sich im einem Wirrwarr aus Geäst zu orientieren ist nicht gerade leicht. Irgendwann waren wir richtig müde und unsere Füße, Arme und Gesichter waren schrecklich zerkratzt. Vor allem auch weil wir des Öfteren mit den Füßen durch das Geäst gebrochen sind.  Irgendwie hatten wir dann auch den Weg verloren und kämpften uns wieder etwas orientierungslos durch das Unterholz. Immer wieder vor und zurück auf der Suche nach einem Durchkommen. Es ging wieder durch die Büsche, Farne, an Baumstämmen hoch und runter  und über Schluchten.  Irgendwann gelangten wir dann an eine größere Schlucht und ließen schon die Köpfe sinken, denn dies hätte einen langen Umweg bedeutet, als wir eine Brücke erblickten. Wir staunten wieder nicht schlecht! Wir hatten also den Weg wieder gefunden! Nach einer kurzen Inspektion erklärten wir die Brücke für stabil. Sie war aus Holz und hatte sogar auf einer Seite ein Geländer. Sie sah nicht so aus, als wäre sie sehr alt (wir haben dann auch erfahren, dass vor ca. 10 Jahren ein paar Leute versucht hatten den Weg zu restaurieren). So ganz sicher waren wir uns aber nicht, denn es gab nur einen Pfosten in der Mitte und dieser war überwuchert mit Moos. Einer nach dem anderen wagte sich über die Brücke und sie war wirklich stabil und hat gehalten. Die Brücke hatte unsere Gemüter ein wenig aufgeheitert und ließ uns optimistisch weiterlaufen. Doch es wurde immer schlimmer. Wir verloren wieder den Pfad und auf ein Neues ging es Stunde über Stunde durch das Unterholz. Während ich mich da so durch das Gemüse kämpfte musste ich an die Erzählungen von meiner Oma und meinem Opa denken. Mein Opa war früher viel in Kanada in den Wäldern unterwegs. Auf einer Reise wurde er von meiner Oma begleitet. Als mein Opa sie fragte, was sie dann denn ganzen Tag da im Wald machen will, während er jagt, sagte sie: „ Ach ich werde ein wenig spazieren gehen und mir die Wälder anschauen“. Daraufhin meinte mein Opa nur, dass man in diesen Wäldern nicht spazieren gehen kann. Dort kann man nur sich Meter für Meter vorwärts kämpfen. Und genau das tat ich.
Als wir dann endlich auf bekanntes Terrain stießen war ich doch heilfroh. Total fertig schüttelte ich dannl den halben Wald aus Schuhen und Klamotten und wir machten uns auf den Weg zum Auto (1 Stunde). Insgesamt hatte uns der Wald 5 Stunden lang verschluckt und danach wieder in die Zivilisation ausgespuckt.  Es ist ein tolles Gefühl verschluckt zu werden.
 



Donnerstag, 15. November 2012



Unser gelungener/misslungener Ausflug zum Gletscher

Nach 3 Tagen Dauerregen klarte der Himmel endlich mal wieder auf und wir wollten die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und so machten wir uns auf den Weg zum Gletscher mit einem Wissen, das wir einfach Verdrängten.
Der Park ranger Erwin brachte mich und die anderen 2 Deutschen so nah wie möglich man mit dem Auto fahren konnte an den Gletscher ran, dann hieß es laufen. Es waren so ungefähr 10 Kilometer und wir wussten, dass wir an einer Landspitze den Fluss überqueren müssen und wir wussten noch mehr, aber wie gesagt: Verdrängung ist auch eine Möglichkeit optimistisch zu sein.
Es war ein schöner Weg, der immer durch das flache, ehemalige Gletscherbecken führte. Da bekam man so ein richtiges Gefühl von Weite und Verlassenheit. Weit und breit Nichts, nur 3 kleine Gestalten, die sich Schritt für Schritt dem Gletscher näherten. Endlich an der Landspitze angekommen krämpelten wir unsere Hosen hoch und nach kurzer Überwindung stiegen wir samt Schuhen in den Fluss und durchquerten die ersten Arme. Wir blieben optimistisch und wurder es immer mehr, je mehr Flussarme wir durchquerten. Das Wasser war eiskalt und wurde immer lauter. Mit der Zeit wich der Optimismus und das verdrängte Wissen kämpfte sich immer mehr in den Vordergrund. Das Wissen, dass der Fluss nach Regen sich in ein toßendes braunes Monster verwandelt und uns den Weg zum Gletscher nicht gewährt. Mit jedem Schritt sahen wir das braune Monster mehr und mehr, es schlängelte sich mit ohrenbetäubendem Rauschen durch das Tal. Wir wollten nicht aufgeben und versuchten es an mehreren Stellen fast 1 ½ Stunden lang. Nach einem blauem Arm, aufgeschrammten Schienbeinen und blauen Zehen gaben wir dann schließlich auf. Aber noch nicht ganz. Wir liefen auf unserer Flussseite noch soweit wir konnten um dem Gletscher näher zu kommen. Dann machten wir erst einmal eine Pause und versuchten unsere Füße aufzuwärmen. Leider zeigte sich das liebe Patagonien mal wieder von seiner typischen Seite und schenkte uns einen Sturm, gegen den wir auf dem Rückweg ankämpfen durften. Zu guter Letzt hatte Erwin uns dann auch noch vergessen (oder hatte keine Zeit) und wir sind den ganzen Weg mit unseren nassen Füßen zurückgelaufen. Insgesamt sind wir so 27 Kilometer gelaufen. Dennoch war der Tag gelungen, allein durch diese verlassenen und abgelegenen Gebiete zu laufen machte diesen Tag zu einem ganz besonderem. Er wurde sogar noch besonderer, da wir Douglas Tompkins noch kennen lernen durften^^ 



Dienstag, 13. November 2012

Hallo ihr Lieben,

inzwischen hat sich hier einiges getan. Der Regen hat sich aufgelöst und die Wolken haben sich verzogen und der Sonne Platz gemacht. Sobald die Sonne einmal freien Weg hat schickt sie Wärme und Hitze. Dank dem Ozonloch sind wir laufend am eincremen und nicht mit 20 oder 30, nein mit 50. Wie wunderbar und zu einem weißem Gesicht kommt dann noch ein unglaublich stylischer Hut. So haben wir nun also die Regenhosen gegen die Sonnenbrille und das Top eingetauscht. Kaum hab ich den Regen verflucht schon wünsch ich ihn mir wieder. Es ist so ein wechselspiel zwischen Hitze, Regen und Wind. Aber das ist eben Patagonien^^

Am Wochenende hab ich es endlich auf den Vulkan Chaiten geschafft. Gestartet sind wir morgens um 11 am Rande der Careterra Austral. Es gibt einen Weg auf den Vulkan, der vom ebenfalls vom Pumalin Park angelegt wurde. Der Weg führt einen durch eine tote Landschaft, die gerade so langsam wieder anfängt zu erblühen. Nach 4 Jahren kämpfen sich nun Farne und kleinere Pflanzen durch die Aschedecke. Die ganzen toten Bäume strecken sich gen Sonne, es wirkt als wollten sie auch wieder zum Leben erwecken, nur leider war die Zerstörung zu stark. Für den Weg nach oben brauchten wir 2 Stunden. Zum Teil war es ganz schön anstrengend weil man nur auf der Aschedecke laufen konnte. Es war ein komisches Gefühl, irgendwie war es unglaublich schön aber auf der anderen Seite war es eine Zerstörung. Dennoch ist es eine unglaubliche Landschaft und ich habe selten so etwas schönes gesehen. Oben angekommen, wusste ich nicht was mich erwartet. Als ich dann die letzten Schritte machte, starrte ich plötzlich in ein kilometer großes Loch hinab. Es ging ca. 50 Meter in die Tiefe, überall Asche und Lava. Hinter dem Graben erstreckten sich 2 Dome mit ihren Rauchschwaden und drumherum überall nur tote Bäume oder gar keine mehr. Es war wirklich wunderschön.
Natürlich konnte ich nicht an all den Schönen Steinen einfach nur vorbeilaufen, so wurde also kurzerhand die Fototasche umfunktioniert. Ihr könnt euch also freuen wunderschöne Obsidiane zu begutachten^^

Hier mal ein paar Fotos:




Freitag, 2. November 2012

Es ist eine andere Welt. Die Menschen leben hier noch das einfache Leben, ohne viele Sorgen und Gedanken darüber, was im Rest der Welt so vor sich geht. Es ist nicht wichtig und es kommt auch nicht viel an. Ohne Internet und Telefon konzentriert man sich auf das Hier und Jetzt und nicht auf das, was in Afghanistan oder Amerika so vor sich geht. Ob irgendwelche Kleidung nun krebserregend oder Mülltrennung gut für die Umwelt ist, ist hier nicht sonderlich von Bedeutung.An Müll gibt es hier meist nur den Kompost, der wiederverwertet wird, alles andere wird meist nur verbrannt. So was wie Heizung kennen sie hier nicht, alles läuft nur über Ofen. Der Ofen ist der Mittelpunkt in einem Haus. Dort ist es warm und behaglich, ein kleiner Zufluchtsort. Draußen peitscht der Sturm den Regen durchgehend gegen die Scheiben. Immer mal wieder kämpft sich die Sonne durch die Wolkendecke und bringt Wärme auf die kalten und durchnässten Körper. Schlechtes Wetter gibt es hier nicht, nur schlechte oder zu wenig Kleidung. Wenn eine Regenhose nicht reicht, nimmt man einfach 2 und wenn 2 nicht reichen dann macht man danach eben wieder ein Feuer, wärmt sich auf und trocknet alles.
Die andere Seite dieser Welt aber versucht sich anzupassen und mit dem Tempo der restlichen Welt Schritt zu halten. Im Fernsehen trällert das Online-Shopping, was so unwirklich erscheint in einer Welt ohne Internet und Heizung. Cola ist, wie überall auf der Welt, natürlich auch hier vertreten. Milch gibt es nur in Milchpulver und Motorsensen haben die altmodische Sensen ersetzt. In unserem kleinem 'Ort' gibt es sogar 3 Supermärkte (jeder verkauft einfach irgendwas, z:B. verkauft die Senora de pan einfach nur Brot^^).
In Amarillo ( mein Ort) gibt es ca. 50 Häuser, einen richtigen Supermarkt, einen Baum oben auf dem Berg an dem man Telefonempfang hat, ein altes abgesürtztes Militärflugzeug mitten im Ort, viel Wald, Wiesen, Gletscher, Vulkan und natürlich eine große Wiese, die als Flugplatz dient. Durch den Ort zieht sich die Careterra Austral auf der jede Stunde vielleicht mal ein Auto fährt. Am Straßenrand parken Cheaps neben gesattelten Pferden. Hühner picken Körner neben der Bushaltestelle, an der ab und an sogar mal ein Bus vorbeikommt.
Es ist eine Welt mit Kontrasten, einfach und doch ein Hauch von Moderne. Auch wenn man das Leben einfach nennen mag, ist es nicht einfach. Wie gerne würde ich mal nur die Heizung aufdrehen, anstatt erst draußen Holz zu hacken und dann Feuer zu machen. Wie gerne würde ich einfach mal wieder kurz was im Internet nachschauen oder meinen Lieben schreiben ohne das ich mich erst 20 min durch Wind und Wetter kämpfen muss. Trotz allem ist es aber auch eine Welt, die mir gefällt. Ich weiß, dass ich hier viel dazulernen werden. Man lernt hier zu leben oder vorsichtig gesagt zu überleben.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Der Ausbklick aus meinem Fenster ist wirklich unglaublich...


Die kleinen Katzen...


Montag, 29. Oktober 2012

Hey ihr,

mh das Essen gestern war super lecker, ein bisschen fettig und ein bisschen zu viel aber ansonsten lecker, lecker, lecker...
Das ganze nennt sich Curanto und ist typisch für Chiloe (eine Insel in Patagonien). Zunächst macht man ein großes Loch im Boden (vorzugsweise im Freien, bei uns hat es aber leider geregnet, desshalb haben wir es in einem Schuppen gemacht. Ist nicht so toll weil es super stark raucht^^ Wir hatten danach also räucher-Klamotten). Danach macht man ein Feuer und erhitzt Steine. Auf die heißen Steine kommt dann das ganze Essen. Muscheln, Chapalele (keine Ahnung wie man das schreibt. Besteht aus Kartoffeln und Mehl), Hühnchen, Schweinefleisch und noch Räucherfleisch. Dann wird alles mit Nalca-Blättern, Dreck und anderem Zeug zugedeckt und gewartet. So etwa eine Stunde bleibt alles im Rauchhaufen und dann heißt es essen, essen, essen!
Hier mal ein paar Bilder:
 Chapalele..schmeckt besser als es aussieht^^
 Muscheln, Muscheln und noch mal Muscheln..


Sonntag, 28. Oktober 2012

Kuchen backen in Patagonien

Da Jasmin (die andere Deutsche) am Donnerstag Geburtstag hatte, dachten wir backen wir einen Kuchen. Wie alles hier, ist dies natürlich nicht ganz so einfach irgendwo im Nirgendwo^^

1. Problem: Holz hacken und Feuer machen
-> Ich hab zwar jetzt schon eine Weile üben können, aber einfach ist es immer noch nicht. Das Feuer geht immer wieder aus und raucht eigentlich meistens mehr, als dass es brennt. Das ist natürlich echt blöd wenn man einen Kuchen backen will, denn allein mit Rauch wird ein Kuchen nicht fertig. Aber gestern hab ich zum ersten mal ein richtig gutes Feuer gemacht (haben dann gleich mal Brot gebacken^^) Ach ja das Feuer braucht man für den Ofen, weil der funktioniert nur über Feuer.

2. Problem: Keine Waage
-> Ohne Waage geht schon, aber eben auch etwas schwieriger, man muss hier immer ein wenig kreativ sein. Wir haben dann eine Tasse und ein Brett genommen und uns eine eigene Waage gebastelt. Als Gegengewicht diente ein voller 500g Sack Kaba. Na ja so genau war das dann alles nicht, aber das war am Ende nicht unser größtes Problem^^

3. Problem: Kein Backpulver
-> Anscheinend gibt es hier Backpulver aber es ist etwas anders als in Deutschland. Ich hatte das leckere Kuchenrezept von meiner Oma und natürlich mit deutschen Angaben. Hier braucht man leider fast 20 mal so viel von dem Backpulver. Wir hatten also einen Teelöffel voll drin und wir hätten 4 TeeTASSEN rein tun sollen^^ Na ja also hatten wir viel zu wenig und unser Kuchen war danach dementsprechend flach und bretthart^^

4. Problem: Mirit
-> Die Ruhe und Abgelgenheit ändert leider auch nichts an meiner Vergesslichkeit^^ Hab den Kuchen natürlich vergessen und jaaaa war ein wenig schwarz. Aber war ja eh ein eher schlechter Kuchen, da hat das bissel Schwarze auch nichts mehr ausgemacht=)

Ich hab dann das Schwarze und so abgeschnitten und mit Gummibärchen und so verziert. Er sah eigentlich gar nicht so schlecht aus am Schluss ( wenn man net wusste, wie so ein Kuchen normalerweise aussieht). Wir haben ihn dann auch tatsächlich gegessen und ja war ganz ok^^

Hab grad leider net so viel Zeit, aber versuch euch bald mal wieder ein paar Bilder hochzuladen. Heute ist hier ein kleines Fest, weil die Straße im Park endlich fertig ist. Die alte Straße wurde bei dem Vulkanausbruch zerstört. Es gibt, für Chiloe, traditionelles Essen. Es heißt Curanto. Ich schreib euch dann noch mehr darüber, muss nämlich jetzt wieder dort hin. Freu mich aber voll weil ich total hunger hab! Muscheln, Fleisch, Kartoffeln....mhh lecker^^

Also bis ganz bald...

Mile

Dienstag, 16. Oktober 2012



Hallo ihr,
hier mal ein paar Bilder meiner ersten Angelerfahrung. War gestern mit ein paar Leuten hier angeln. Die Angeln bestehen aus einem Plastikrohr und einer Schnur, hab ne Weile gebraucht, bis ich wusste wie das funktioniert, aber dann hat alles ganz gut geklappt^^ Ich hab innerhalb von 3 Stunden 3 Lachse gefangen! Das hört sich vielleicht nicht viel an und es  wahrscheinlich auch nicht, aber die anderen haben nur einen oder nur ganz kleine gefangen^^
Es war aber schon auch ein komisches Erlebnis, ich wusste nie so genau, ob ich wirklich einen fangen will oder nicht. Nachdem aber dann doch einer dran war (und auch noch ein recht großer) hatte ich keine Ahnung was zu tun war und dann war der Fisch auch schon wieder weg. Bei meinem nächsten Fang war ich dann mutig genug und hab ihn einfach an Land gezogen…ah der Fisch tat mir schon ein wenig leid, aber der Fisch wollte die Fliege fressen und ich fresse eben ihn. Ich hab zwar ein wenig getrickst aber Tricks gibt es im Tier-und Pflanzenreich ja mehrere, das können nicht nur die Menschen. Also ist das alles doch ganz fair. Leicht ist es mir dennoch nicht gefallen ihm einen Stock durchs Maul zu spießen. Na ja ich lerne eben noch. Nachdem ich dann keine Ahnung ca 3 Stunden den Fluss entlang gelaufen war und irgendwann auch keine Lust mehr hatte, mussten wir dann noch mit unseren aufgespießten Fischen ungefähr 1 Stunde auf der Careterra Austral zurück nach Hause laufen. Gelaufen wird hier echt viel^^
Das ist schon eine ganz andere Welt. Hier lebt man noch im Einklang mit der Natur und beutet sie nicht aus. Das ist schön, so sollte es eigentlich über all sein.
Meine Fische und die Careterra Austral. Die Straße zieht sich endlos durch Patagonien, hier ist sie mal ganz gut, sonst Schotterpiste.
Meine Angeln und...


 ....mein schönster Fisch^^

Samstag, 13. Oktober 2012



Hallo ihr Lieben,
so jetzt bin ich schon über eine Woche hier im Park und es wird Zeit, dass ich euch mal erzähl, was ich hier so mache und wie es mir gefällt und so.
Die ersten Tage hatte es hier wie üblich für Patagonien ziemlich schlechtes Wetter, was Regen, Wind und noch mal Regen bedeutet. Aber gearbeitet wurde natürlich dennoch. Momentan gibt es hier sehr viel zu tun, weil immer noch sehr viel von dem Vulkanausbruch zerstört ist. Vor 4 Jahren ist in Chaiten unvorhersehbar der Vulkan Chaiten ausgebrochen und hat die ganze Stadt und das Land drumherum  teilweise zerstört und mit einer Aschedecke bedeckt.  Chaiten selber wurde nach und nach wieder aufgebaut, es stehen aber noch etliche kaputte und unbewohnte Häuser rum. In den Häusern und in den Ecken, die noch nicht wieder aufgebaut wurden liegt immer noch zum Teil Meter hoch die Asche. Auch in Amarillo, wo ich wohne, war alles mit der Asche bedeckt. Die Leute hier hatten alle Hände voll zu tun den Park wieder Aschefrei zu bekommen. Dafür hatten sie im Wald große Löcher gegraben, in die sie die Asche gepackt hatten. Wenn man jedoch im Wald läuft, hat man nicht etwa einen normalen Erdboden unter sich, sondern ein paar Meter Asche. Es sieht wirklich zum Teil etwas gruselig aus, wie die Bäume und Sträucher noch mit der Asche überzogen sind.
An meinem zweitem Tag wir losgezogen um einen neuen Weg für die Touristen auszukundschaften. Wir das sind mein Boss, bei dem ich auch wohne und ungefähr 6 Arbeiter und ich. Es war ein lustiger Anblick, wie alle nur mit Macheten ausgerüstet vor dem undurchdringlichen Urwald standen. Und dann ging es los, sich mit Hilfe der Macheten ein Weg durch das Dickicht zu bahnen. Es war schon lustig aber auch unglaublich anstrengend. Vor allem auch weil man immer wieder zurück musste und einen neuen Weg suchen, wenn der andere im Nichts oder in einem Unüberwindbaren endete. Der ganze Weg geht über drei Hügel und ist ca. mh 3 km lang. An den nächsten Tagen durfte ich dann einen Plan erstellen.
Ansonsten arbeite ich im Gemüsegarten und pflege das Gemüse, packe es schön warm ein, damit es das raue Klima hier übersteht, schneide es ab und so was halt^^  Außerdem hab ich schon Holz gehackt und gelernt ein Feuer zu machen! Das ist besonders wichtig hier, da es keine Heizungen gibt und man nur warm duschen kann wenn ein Feuer an ist (und das auch im Sommer!)
Einen Tag lang hab ich nur Gras gemäht, das war nicht ganz so toll aber muss eben auch gemacht werden. Mit dem Traktor macht es Spaß aber mit der Motorsense nicht. Danach hat mir einfach alles weh getan..ist schon irgendwie anstrengend!
Letzten Samstag mussten wir einen anderen Weg weiter weg begutachten, weil er auch vom Vulkan zerstört wurde. Der ganze Weg ist auf so 2 ½ Stunden ausgelegt, die Leute sind da in einer hoch gerannt. Mensch danach war ich alle. Aber es war ein wunderschöner Weg! Vorbei an Wasserfällen, Gletscher und endete an einem abgelegenen See.
Ach ja und am Sonntag war ich dann an den heißen Quellen, die es hier gibt. Das war auch super..leider gibt es noch keine Bilder weil ich kurzzeitig mein Ladegerät nicht gefunden hatte. Aber bald bald kommen diese auch..

Hier noch ein paar Bilder aus Chaiten. Im Hintergrund sieht man die Dämpfe des Vulkans, also ganz schlafen tut er noch nicht^^