Es ist eine andere Welt. Die Menschen leben hier noch das einfache Leben, ohne viele Sorgen und Gedanken darüber, was im Rest der Welt so vor sich geht. Es ist nicht wichtig und es kommt auch nicht viel an. Ohne Internet und Telefon konzentriert man sich auf das Hier und Jetzt und nicht auf das, was in Afghanistan oder Amerika so vor sich geht. Ob irgendwelche Kleidung nun krebserregend oder Mülltrennung gut für die Umwelt ist, ist hier nicht sonderlich von Bedeutung.An Müll gibt es hier meist nur den Kompost, der wiederverwertet wird, alles andere wird meist nur verbrannt. So was wie Heizung kennen sie hier nicht, alles läuft nur über Ofen. Der Ofen ist der Mittelpunkt in einem Haus. Dort ist es warm und behaglich, ein kleiner Zufluchtsort. Draußen peitscht der Sturm den Regen durchgehend gegen die Scheiben. Immer mal wieder kämpft sich die Sonne durch die Wolkendecke und bringt Wärme auf die kalten und durchnässten Körper. Schlechtes Wetter gibt es hier nicht, nur schlechte oder zu wenig Kleidung. Wenn eine Regenhose nicht reicht, nimmt man einfach 2 und wenn 2 nicht reichen dann macht man danach eben wieder ein Feuer, wärmt sich auf und trocknet alles.
Die andere Seite dieser Welt aber versucht sich anzupassen und mit dem Tempo der restlichen Welt Schritt zu halten. Im Fernsehen trällert das Online-Shopping, was so unwirklich erscheint in einer Welt ohne Internet und Heizung. Cola ist, wie überall auf der Welt, natürlich auch hier vertreten. Milch gibt es nur in Milchpulver und Motorsensen haben die altmodische Sensen ersetzt. In unserem kleinem 'Ort' gibt es sogar 3 Supermärkte (jeder verkauft einfach irgendwas, z:B. verkauft die Senora de pan einfach nur Brot^^).
In Amarillo ( mein Ort) gibt es ca. 50 Häuser, einen richtigen Supermarkt, einen Baum oben auf dem Berg an dem man Telefonempfang hat, ein altes abgesürtztes Militärflugzeug mitten im Ort, viel Wald, Wiesen, Gletscher, Vulkan und natürlich eine große Wiese, die als Flugplatz dient. Durch den Ort zieht sich die Careterra Austral auf der jede Stunde vielleicht mal ein Auto fährt. Am Straßenrand parken Cheaps neben gesattelten Pferden. Hühner picken Körner neben der Bushaltestelle, an der ab und an sogar mal ein Bus vorbeikommt.
Es ist eine Welt mit Kontrasten, einfach und doch ein Hauch von Moderne. Auch wenn man das Leben einfach nennen mag, ist es nicht einfach. Wie gerne würde ich mal nur die Heizung aufdrehen, anstatt erst draußen Holz zu hacken und dann Feuer zu machen. Wie gerne würde ich einfach mal wieder kurz was im Internet nachschauen oder meinen Lieben schreiben ohne das ich mich erst 20 min durch Wind und Wetter kämpfen muss. Trotz allem ist es aber auch eine Welt, die mir gefällt. Ich weiß, dass ich hier viel dazulernen werden. Man lernt hier zu leben oder vorsichtig gesagt zu überleben.
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